Familien und Vergangenheit
Sah gestern "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß", einen Film von Malte
Ludin über seinen Vater Hanns Ludin, einen SA-Führer, bzw. Gesandten in der Slowakei und damit für die Deportation von sehr vielen Juden verantwortlich. Eindrucksvoll. Alle Geschwister hatten eine andere Sicht
auf den Vater. Eine Schwester wies alle Schuld von ihm. Und auch die Mutter behauptete, sie hätte die Sache mit der "Endlösung" nicht gewußt. Überall gäbe es Verluste. "Wo gehobelt würde, fielen Spänen", habe sie
ihrem Mann immer wieder gesagt, wenn er Zweifel hegte. Er wurde am Ende als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt.Diese Art von familieninterner "Geschichtsumschreibung" ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Harald Welzer hat dazu einige Bücher
geschrieben. Es ist erschreckend, wie wenig wir uns auf Erinnerungen verlassen können. Andererseits ist vielleicht das die Möglichkeit zu überleben, ohne wahnsinnig zu werden?
Ludin über seinen Vater Hanns Ludin, einen SA-Führer, bzw. Gesandten in der Slowakei und damit für die Deportation von sehr vielen Juden verantwortlich. Eindrucksvoll. Alle Geschwister hatten eine andere Sicht
auf den Vater. Eine Schwester wies alle Schuld von ihm. Und auch die Mutter behauptete, sie hätte die Sache mit der "Endlösung" nicht gewußt. Überall gäbe es Verluste. "Wo gehobelt würde, fielen Spänen", habe sie
ihrem Mann immer wieder gesagt, wenn er Zweifel hegte. Er wurde am Ende als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt.Diese Art von familieninterner "Geschichtsumschreibung" ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Harald Welzer hat dazu einige Bücher
geschrieben. Es ist erschreckend, wie wenig wir uns auf Erinnerungen verlassen können. Andererseits ist vielleicht das die Möglichkeit zu überleben, ohne wahnsinnig zu werden?
tari - 8. Aug, 12:22